
Führung jenseits des Egos und der Verlust von Identität
(English version below)
Fast jeder spricht heute von seinem „Job“ – kaum jemand noch von seinem „Beruf“. Längst hat das englische Wort „Job“ im Deutschen den traditionellen „Beruf“ verdrängt. Das ist kein Zufall: Die Wortwahl spiegelt einen kulturellen Wandel wider und offenbart eine Entkopplung von Identität und Tätigkeit. „Job“ markiert die Trennung von innerem Sinn und äußerer Funktion – das Wort steht nüchtern für Arbeit, Aufgabe oder Beschäftigung, ohne innere Berufung. Während „Beruf“ einst sogar die Ahnung einer heiligen Berufung in sich trug, verkörpert „Job“ das gegenteilige Extrem: ein Tätigsein ohne Bezug zu einer inneren Bestimmung. Diese sprachliche Verschiebung bedeutet eine Bedeutungsentleerung – die innere Sinnfrage wird vom äußerlichen Funktionsbegriff getrennt. Die Folge ist offensichtlich: Arbeit wird als etwas Äußeres betrachtet, losgelöst vom eigenen Selbst. Das sagt viel darüber aus, wie sehr der moderne Mensch Funktion über Identität stellt und den Selbstkontakt in seiner Arbeit verliert.
Dabei ist „Beruf“ kein beliebiges Wort, sondern verweist seinem Ursprung nach auf einen inneren Ruf. Der Begriff stammt vom Wort Berufung – dem Ruf, den eine Tätigkeit im Inneren des Menschen auslöst. Martin Luther übersetzte „vocatio“ im 16. Jahrhundert folgerichtig mit „Berufung“: Jede Arbeit, ob weltlich oder geistlich, hatte für ihn einen inneren Sinn. Ein Beruf ist im tiefsten Sinne nichts, was man sich nur aussucht wie einen beliebigen Posten; er ist etwas, dem man sich gerufen fühlt. Wo ein Job oft nur dem Broterwerb dient, steckt im Beruf bereits das Versprechen innerer Bedeutsamkeit. Eine echte Berufswahl entspringt nicht dem Kalkül, sondern der Identität: Jemand ist Arzt oder Lehrer, weil es seinem Wesen entspricht – nicht bloß, weil er damit Geld verdient. Das Wort „Beruf“ trägt diese innere Notwendigkeit in sich. Es deutet darauf hin, dass die Tätigkeit aus dem Innersten hervorgeht und von persönlichem Sinn durchdrungen ist. Eine solche Tätigkeit ist nicht austauschbar; sie hat eine innere Stimmigkeit, die spürbar ist. Wer seinen Beruf ausübt, folgt keiner Laune des Marktes, sondern einem persönlichen Ruf, der ihn auf den Weg gebracht hat. Diese innere Stimme macht den Unterschied – sie verknüpft die Arbeit mit der Identität des Handelnden und gibt ihr Bedeutung.
Gerade Führungskräfte sind besonders anfällig, in ihrer Job-Rolle zu verschwinden, anstatt aus Berufung zu handeln. In leitenden Positionen wachsen Verantwortung und Erwartungsdruck – und damit die Gefahr, sich mit der formalen Rolle zu identifizieren. Titel, Hierarchie und Zuständigkeiten werden leicht zur Fassade, hinter der der Mensch als Person unsichtbar wird. Die Führungskraft läuft Gefahr, sich über ihre Position zu definieren und das eigene Ego mit dem Amt zu verwechseln. So verschmilzt man mit der Rolle des „Chefs“ oder „Managers“ und verliert den Kontakt zum eigenen Inneren. Das äußere Erscheinungsbild – die Jobbeschreibung, die Position im Org Chart, der Status, das Image – dominiert das Handeln, während der innere Antrieb verkümmert.
Äußere Erfolge auf dem Weg nach oben schmeicheln dem Ego; Anerkennung und neidvolle Blicke nähren es beständig. Doch wie die Raupe Nimmersatt wird dieses Ego nie satt. Nichts reicht ihm jemals – egal wie viel geleistet, verdient oder angesammelt wird. Hinter der Gier steckt die Angst, nicht gut genug zu sein. Diese Angst hält das Ego im dauernden „Höher-schneller-weiter“-Hamsterrad gefangen. Man rennt unermüdlich, aber man entfernt sich immer weiter von sich selbst.
Man ist dann Vorstandsvorsitzender oder Abteilungsleiter auf dem Papier, doch wer man eigentlich ist und wofür man innerlich steht, tritt in den Hintergrund. Das Ego liebt diese schillernde Rolle, denn sie füttert die Selbstbedeutung. Doch die Person dahinter gerät ins Abseits: Die Führungsrolle wird zur Maske, unter der die authentische Persönlichkeit verblasst. Führungskräfte, die so in ihrer Funktion aufgehen, funktionieren zwar – aber sie führen nicht im eigentlichen Sinne. Sie erfüllen Vorgaben und Erwartungen, verlieren dabei jedoch die lebendige Verbindung zu ihren Werten und Überzeugungen. Eine solche Führung bleibt an der Oberfläche der Rolle und dringt nicht zum Kern der Aufgabe vor.
Die Folge: Ein Leben kann nach außen hin glänzend erscheinen und sich innen doch hohl anfühlen. Solange das Ego die Richtung vorgibt, zählt, wie etwas aussieht, nicht wie es sich anfühlt.
Ohne Selbstkontakt, innere Kohärenz und Präsenz gibt es jedoch keine echte Führung. Wer andere führen will, muss zuerst sich selbst führen. Solange die Führungskraft den Zugang zu sich selbst verloren hat, bleibt ihre Autorität hohl. Innere Abwesenheit lässt keine wahrhaftige Führung zu – es fehlt dann an Klarheit, Integrität und Ausstrahlung.
Echte Führung beginnt im Inneren: im unbedingten Kontakt zur eigenen Wahrheit, in der Übereinstimmung von Gefühl, Gedanke und Handlung, und in der vollen Präsenz im aktuellen Moment. Nur ein Mensch, der bei sich ist, kann auch für andere da sein.
Innere Kohärenz bedeutet, dass das, was man tut, mit dem übereinstimmt, was man innerlich empfindet und glaubt. Ein solcher Mensch sendet eindeutige Signale; seine Führungsimpulse sind klar und glaubwürdig.
Präsenz schließlich – die wache Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt – ermöglicht es, Situationen und Menschen wirklich wahrzunehmen und weise zu handeln, statt im Autopilot der Ego-Muster zu reagieren.
Ohne diese Fundamente bleibt jede Führungsposition ein leeres Amt. Mit ihnen hingegen wird Führung zu etwas Lebendigem: zum bewussten Leiten durch eigenes Vorbild und innere Standfestigkeit.
Man kann es drehen und wenden, wie man will – Selbstführung ist die Voraussetzung allen Führens. Fehlt diese Basis, degeneriert Führung zu bloßer Verwaltung. Nur aus innerer Stärke und klarem Selbstkontakt heraus kann Führung ihre Wirkung entfalten.
Das Ego hingegen klammert sich an Jobtitel, Image und Leistung – es überlebt daran, aber es führt nicht. Für das Ego ist der äußere Erfolg überlebenswichtig: Es definiert sich über Visitenkartentitel, Statussymbole und beeindruckende Kennzahlen. Macht, Position und Prestige sind jedoch nicht das Wesen von Führung. Ein Titel allein macht niemanden zur echten Führungskraft, so wie ein glänzender Rahmen noch kein bedeutungsvolles Bild ergibt. Das Ego mag sich im Rampenlicht eines hohen Postens sonnen und sich an Lob und Leistungsbilanzen sattsehen – doch all das ersetzt nicht die Qualität echten Führens. Denn das Ego ist letztlich nur ein Mechanismus des Bewusstseins, geschaffen, um mit einem Gefühl von persönlicher Identität durchs Leben zu navigieren. Es ist eine Funktion, keine Identität. Wenn das Ego das Ruder übernimmt, geht es ums eigene Fortkommen, um Sicherheit und Anerkennung. Eine solche Ego-Führung kann zwar organisieren und kontrollieren, aber sie inspiriert nicht. Sie strebt nach Selbsterhalt statt nach Sinn.
Wahre Führung erfordert das, was über das Ego hinausgeht. „Das Ego muss sterben durch die komplette Hingabe in die Lebensaufgabe“, heißt es treffend. So wie die Raupe Nimmersatt sterben muss, um dem Schmetterling Platz zu schaffen.
Ein egozentrierter Manager mag kurzfristig Erfolge vorweisen und seine Macht sichern – doch er dient keiner größeren Idee als sich selbst. Er verwaltet vielleicht die Geschäfte, aber er führt nicht im tieferen Sinne, weil Führung immer Selbstüberschreitung bedeutet: das Zurückstellen des Egos zugunsten einer Aufgabe, die größer ist als man selbst. Wo das Ego überlebt, wächst kein Vertrauen; wo das Ego regiert, entsteht keine Vision. So überlebt das Ego zwar mit Titeln und Triumphen – aber es führt niemanden in eine sinnvolle Richtung.
Berufung kann man nicht machen – sie wird sichtbar, wenn das Ego zurücktritt. Kein menschlicher Wille kann eine echte Berufung erzwingen oder konstruieren. Sie entstammt einer tieferen Quelle. Solange das Ego mit seinem Lärm aus Selbstbehauptung, Ehrgeiz und Angst die innere Bühne beherrscht, wird die leise Stimme der Berufung übertönt. Erst in der Stille hinter dem Ego tritt zutage, was immer schon da war: die eigene Bestimmung. „Werde, der du bist“ – dieser klassische Weisheitssatz bringt es auf den Punkt. Die wahre Aufgabe des Menschen liegt bereits in seinem Wesen verborgen; sie kann erst hervortreten, wenn man aufhört, eine Maske aufrechtzuerhalten. Die Maske des Egos – die Rolle, die Persona, das konstruierte Selbstbild, das wir der Welt präsentieren – verdeckt die authentische Natur, zu der wir berufen sind. Nimmt man sie ab, zeigt sich die ureigene Berufung oft von selbst. Es ist wie beim Zurückweichen dunkler Wolken: Plötzlich wird sichtbar, was immer geschienen hat. So ähnlich offenbart sich unter der Hülle des Egos die innere Stimme, die ruft. Dieser Ruf ist nichts, was man sich ausdenkt; er ist eher etwas, dem man lauscht. Man erkennt ihn in Momenten tiefer Ehrlichkeit, wenn die üblichen Selbsttäuschungen schweigen. Was dann hervortritt, ist bereits Teil von einem – es musste nur freigelegt werden. Die Berufung war nie fort, sie war nur verdeckt.
Der Mut zur Ehrlichkeit darüber, ob man berufen handelt oder nur einen Job verrichtet, ist ein Wendepunkt.
Das Ego klammert sich an gewohnte Selbstbilder und fürchtet nichts mehr als seinen „Tod“ im Sinne des Bedeutungsverlustes. Doch in dem Moment, da man schonungslos erkennt, nicht berufen zu handeln, bricht die Illusion. Was übrig bleibt, ist die Realität des eigenen Selbst – oft zum ersten Mal unverfälscht sichtbar. Aus dieser Klarheit erwächst die Freiheit, das Leben neu auszurichten.
Für jede Person in Verantwortung kommt unausweichlich der Moment, an dem kein Weg mehr daran vorbeiführt, sich dieser Frage zu stellen: Tue ich das aus innerer Berufung – oder spiele ich nur eine Rolle? Solange diese Ehrlichkeit ausbleibt, bleibt alles Wesentliche beim Alten. Man kann Erfolge vorweisen, Ablenkungen suchen, Ausreden finden – doch innerlich ändert sich nichts. Erst die Offenheit, die Wahrheit zuzulassen, markiert den Umschwung. In dem Augenblick, in dem man sich eingesteht, dass man vielleicht nicht aus Berufung handelt, sondern nur funktioniert, beginnt ein neuer Prozess. Es erfordert Mut, die eigenen Motive ungeschminkt anzusehen, doch genau darin liegt die Chance zur Neuausrichtung. Dieser ehrliche Blick ist die Schwelle, an der Führung jenseits des Egos beginnt. Nur wer die Wahrheit über sich selbst annimmt, kann den Schritt vom bloßen Job zur echten Berufung wagen – und damit vom Verwalter zum Führenden im wahrsten Sinne des Wortes.
Führung jenseits des Egos beginnt genau hier: bei der Bereitschaft, alle Masken fallen zu lassen und der Wahrheit ins Auge zu blicken. Am Ende steht die alte Weisheit:
Erkenne dich selbst – und werde, der du bist.
(English Version)
Leadership Beyond Ego and the Loss of Identity
Almost everyone today speaks of their “job” — hardly anyone still speaks of their “calling” or “vocation.” The English word job has long displaced the traditional German Beruf or the English vocation. This is no coincidence. Language reflects cultural shifts, and this shift reveals a decoupling of identity and activity.
“Job” marks the separation of inner meaning from external function. The word stands soberly for work, task, or employment, stripped of any inner calling. While Beruf or Vocation once carried even a trace of sacred vocation, job represents the opposite extreme: activity without reference to inner purpose. This linguistic shift signals a eroding of meaning. The inner question of purpose is detached from the external concept of function. The consequence is obvious: work is experienced as something external, detached from the self. This says much about how modern humans place function above identity and lose self-contact in their work.
Beruf or Vocation was never an arbitrary word. In its origin, it points to an inner call. The term derives from Berufung — a calling, a summons that arises within a person. In the 16th century, Martin Luther translated vocatio as Berufung: for him, every form of work, whether secular or spiritual, carried inner meaning. A vocation, in the deepest sense, is not something one merely chooses like a random position; it is something one feels called to. Where a job often serves mere subsistence, vocation already contains the promise of inner significance.
A true vocational choice does not arise from calculation but from identity. One is a physician or a teacher because it corresponds to one’s nature — not simply because it pays. The word Vocation carries this inner necessity. It points to activity that arises from the deepest core and is permeated by personal meaning. Such work is not interchangeable. It has an inner coherence that can be felt. Those who live their vocation do not follow market moods but an inner call that set them on their path. This inner voice makes the difference. It links work to identity and gives it meaning.
Leaders, in particular, are highly susceptible to disappearing into their job role instead of acting from vocation. In leadership positions, responsibility and expectation pressure grow — along with the danger of identifying with the formal role. Titles, hierarchy, and responsibilities easily become a façade behind which the human being disappears. Leaders risk defining themselves through position and confusing ego with office. One merges with the role of “manager” or “executive” and loses contact with the inner self. External appearance — job description, position on the org chart, status, image — dominates action, while inner drive withers.
External successes on the way up flatter the ego. Recognition and envious glances feed it constantly. Yet, like the ever-hungry caterpillar, the ego is never satisfied. Nothing is ever enough — no matter how much is achieved, earned, or accumulated. Behind this greed lies the fear of not being enough. This fear traps the ego in a permanent “higher, faster, more” treadmill. One keeps running and moves ever farther away from oneself.
On paper, one may be a CEO or department head, yet who one actually is and what one stands for internally fades into the background. The ego loves the glittering role because it feeds self-importance. But the person behind it is sidelined. The leadership role becomes a mask under which authentic personality fades. Leaders who dissolve into their function may operate — but they do not truly lead. They fulfill expectations and requirements while losing the living connection to their values and convictions. Such leadership remains on the surface of the role and never reaches the core of the task.
The result: a life that looks impressive from the outside can feel hollow on the inside. As long as the ego sets the direction, appearance matters more than inner truth.
Without self-contact, inner coherence, and presence, there is no real leadership. Anyone who wants to lead others must first lead themselves. As long as a leader has lost access to themselves, their authority remains hollow. Inner absence leaves no room for authentic leadership. Clarity, integrity, and gravitas are missing.
True leadership begins within: in uncompromising contact with one’s own truth, in the alignment of feeling, thought, and action, and in full presence in the present moment. Only someone who is at home within themselves can truly be there for others.
Inner coherence means that what one does aligns with what one inwardly feels and believes. Such a person sends clear signals. Their leadership impulses are precise and credible.
Presence — awake attention in the here and now — enables one to truly perceive situations and people and to act wisely rather than reacting on ego autopilot.
Without these foundations, every leadership position remains an empty office. With them, leadership becomes something living: conscious guidance through personal example and inner steadiness. Turn it any way you like — self-leadership is the prerequisite of all leadership. Without it, leadership degenerates into administration. Only from inner strength and clear self-contact can leadership unfold its effect.
The ego, by contrast, clings to job titles, image, and performance. It survives on them — but it does not lead. For the ego, external success is vital. It defines itself through business card titles, status symbols, and impressive metrics. Power, position, and prestige are not the essence of leadership. A title alone makes no one a true leader, just as a shiny frame does not make a meaningful painting.
The ego may bask in the spotlight of high office and feast on praise and performance reports — but none of this replaces the quality of real leadership. The ego is merely a mechanism of consciousness, designed to navigate life with a sense of personal identity. It is a function, not an identity. When the ego takes the helm, everything revolves around self-preservation, security, and recognition. Ego-driven leadership may organize and control, but it does not inspire. It strives for survival, not meaning.
True leadership requires what lies beyond the ego. “The ego must die through complete surrender to one’s life task.” Like the ravenous caterpillar that must die for the butterfly to emerge.
An ego-centered manager may achieve short-term success and secure power — but they serve no idea greater than themselves. They may manage operations, but they do not lead in the deeper sense, because leadership always entails self-transcendence: setting the ego aside in service of something larger than oneself. Where the ego survives, trust does not grow. Where the ego rules, vision does not arise. The ego may survive on titles and triumphs — but it leads no one toward meaningful direction.
A calling cannot be manufactured. It becomes visible when the ego recedes. No human will can force or construct a true vocation. It arises from a deeper source. As long as the ego dominates the inner stage with its noise of ambition, self-assertion, and fear, the quiet voice of vocation is drowned out. Only in the silence beyond the ego does what has always been there emerge: one’s destiny.
“Become who you are.” This ancient wisdom captures it precisely. A person’s true task already lies hidden in their being. It can only emerge when the mask is dropped. The ego mask — role, persona, constructed self-image — conceals the authentic nature to which one is called. When the mask falls away, vocation often reveals itself on its own. Like clouds retreating to reveal what has always been shining.
So, beneath the shell of the ego, the inner voice becomes audible. This call is not invented. It is listened to. It is recognized in moments of deep honesty, when habitual self-deceptions fall silent. What emerges was always part of oneself. It merely needed to be uncovered. The calling was never gone — only obscured.
The courage to be honest about whether one acts from vocation or merely performs a job is a turning point.
The ego clings to familiar self-images and fears nothing more than its “death” — the loss of significance. Yet the moment one ruthlessly recognizes that one is not acting from vocation, the illusion collapses. What remains is the reality of the self — often visible for the first time without distortion. From this clarity arises the freedom to realign one’s life.
For every person in responsibility, the moment inevitably arrives when there is no way around this question: Am I acting from inner calling — or merely playing a role? As long as this honesty is avoided, nothing essential changes. One may collect successes, distractions, and excuses — yet inwardly, nothing shifts. Only openness to truth marks the turning point.
The moment one admits that one may not be acting from vocation but merely functioning, a new process begins. It takes courage to face one’s motives without disguise — yet precisely here lies the opportunity for reorientation. This honest gaze is the threshold where leadership beyond the ego begins.
Only those who accept the truth about themselves can move from mere job to genuine vocation — and from administrator to leader in the truest sense.
Leadership beyond the ego begins here: with the willingness to let all masks fall and face the truth.
At the end stands the ancient insight:
Know yourself — and become who you are.




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